Dieses Unterkapitel befasst sich mit den drei Emissionsdimensionen fossiler Energie und mit der Scope-Systematik, die daraus für ein einzelnes Unternehmen folgt. Es liefert die Messgrundlage, auf der 2.3 die fünf Unternehmenskategorien und 2.6 die Kompensation aufbauen. Im Kurs ist es die Stelle, an der aus einem globalen Problem eine zurechenbare Grösse wird.
Bei fossilen Energien stehen drei Dimensionen im Vordergrund, die von der Förderung bis zum Staatshaushalt reichen:
- direkte Emissionen aus Förderung, Verarbeitung und Verbrennung,
- indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette,
- politische und gesellschaftliche Kosten durch Klimaschäden, Gesundheitsbelastung, Subventionen und Anpassungsmassnahmen.
Für ein einzelnes Unternehmen wird daraus die Scope-Systematik, die in der Prüfung regelmässig abgefragt wird:
- Scope 1
- Eigene direkte Emissionen, etwa Firmenfahrzeuge oder Produktion.
- Scope 2
- Eingekaufter Strom und eingekaufte Wärme.
- Scope 3
- Vor- und nachgelagerte Emissionen: Rohstoffe, Transport, Produktnutzung, Entsorgung.
Nur die Mitte kontrolliert das Unternehmen selbst. Zugerechnet wird ihm trotzdem die ganze Kette.
Scope 3 ist fast immer der grösste und der unbequemste Posten, weil er ausserhalb der eigenen Kontrolle liegt und trotzdem zugerechnet wird. Daran hängt die ethische Frage, wie weit Verantwortung reicht.
Wenn eine Fallaufgabe ein Unternehmen beschreibt, ordne die genannten Emissionen zuerst nach Scope. Das strukturiert die Antwort sofort und zeigt, dass du die Verantwortungsfrage nicht mit der Verursachungsfrage verwechselst.